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Seitan selber machen aus Mehl

Seitan selber machen


Wer sich vegan oder vegetarisch ernähren möchte oder einfach ab und zu eine Alternative zu Fleisch sucht, der muss nicht immer auf fertige Produkte zurückgreifen, denn mit ein bisschen Arbeitseinsatz lässt sich auch Seitan selber machen. Das Weizenfleisch kommt immer öfter in heimischen Küchen zum Einsatz und wer vorhat es häufiger zu verwenden, der kann aus Weizenmehl oder Weizengluten einfach selber Seitan herstellen. Dies ist eine gute Möglichkeit, um preiswert an den leckeren Fleischersatz zu kommen und gleichzeitig sicherzustellen, dass keine unnötigen Zusatz- oder Konservierungsstoffe in das Weizenfleisch gelangen. Ein weiterer großer Vorteil der eigenen Herstellung ist, dass man eine große Menge Seitan selber machen kann und sich diese dann optimal als Vorrat für die nächsten Wochen einlagern lässt. Wenn man es richtig anstellt, dann hat man einmal im Monat den Aufwand und profitiert davon die restlichen Wochen.

Genauso abwechslungsreich wie die zahlreichen Zubereitungsmethoden sind auch die Herstellungsverfahren, wie man Seitan selber machen kann. Als erstes gilt es, die Grundsubstanz zu wählen und als zweites sich für die Garvariante zu entscheiden:

Die Wahl der Grundsubstanz

Es kann zum einen herkömmliches Weizenmehl aus dem Supermarkt verwendet werden, was den aufwendigsten Herstellungsprozess zur Folge hat, oder zum anderen spezielle Weizengluten, also Mehl, aus dem die Stärke bereits entfernt wurde. Dieses ist meist nicht im einfachen Supermarkt erhältlich, sondern kann in Bioläden oder online erworben werden. Wir empfehlen für die Herstellung Bio Produkte zu verwenden, wie wir sie hier vorstellen: Seitan kaufen

Die Wahl der Garvariante

Bevor man Seitan verzehren oder weiterverarbeiten kann, muss es gekocht werden. Auch hier stehen zwei verschiedene Varianten zur Auswahl. Zum einen kann man Seitan direkt im Wasser kochen, wobei sich das Weizenfleisch durch den direkten Kontakt mit der Flüssigkeit vollsaugt und eine weichere Konsistenz erhält. Zum anderen kann man Seitan vor dem Kochen in einem Beutel verschließen, um somit den direkten Kontakt zum Wasser zu verhindern. Das Glutenfleisch erhält auf diese Weise eine kräftigere, fleischähnliche Konsistenz.

Seitan herstellen – Teil 1:

Nun aber direkt zur Herstellung, die wir Ihnen hier genau Schritt für Schritt erklären, damit Sie es zu Hause nachmachen können:

Variante 1:

Seitan selber machen aus Weizenmehl

Bei dieser Methode werden als Grundsubstanzen Wasser und normales Weizenmehl benötigt. Dabei reicht es völlig aus, das günstige Mehl vom Typ 405 zu verwenden. Vollkornmehl oder andere spezielle Mehlsorten werden nicht benötigt, da bis auf das Klebereiweiß sowieso alle Bestandteile des Mehls rausgewaschen werden. Um die hergestellte Menge einschätzen zu können, kann man sich an der groben Regel orientieren, dass 1 Kilogramm Mehl ungefähr 250 Gramm reines Seitan ergibt. Pro Kilogramm Mehl sollten zudem 750 ml verwendet werden.

Wir benutzen hier für unser Rezept:

  • 1000 g Mehl
  • 750 ml Wasser

Seitan selber machen aus Weizenmehl – Schritt 1:

Als erstes steht die Herstellung des Teiges auf dem Programm, der die Ausgangssubstanz für die weitere Herstellung des Weizenfleisches bildet. Dazu werden 1 kg Mehl und die 750 ml Wasser miteinander in einer großen Schüssel vermischt. Die Masse muss so lange kräftig durchgeknetet werden, bis auch die kleinsten Klümpchen Mehl sich aufgelöst haben und ein elastischer Teig mit einer gummiartigen Konsistenz entsteht. Anschließend sollte der Teig zugedeckt werden und für mindestens 3 Stunden in Ruhe gehen. Alternativ kann man die zähe Masse auch einfach über Nacht stehen lassen.

Seitan selber machen aus Weizenmehl – Schritt 2:

Im nächsten Schritt muss die Stärke aus dem Teig gewaschen werden, damit nur noch die Weizengluten, auch Klebeeiweiß genannt, übrig bleiben, die für die weitere Seitan Herstellung benötigt werden. Dazu wird die Schüssel, in der sich der Teig befindet, solange mit Wasser befüllt und durchgeknetet, bis die gesamte Stärke rausgewaschen ist. Dass es so weit ist, erkennt man daran, dass kein weißes Wasser mehr aus der Teigmasse hervorkommt. Das Ergebnis dieses Vorgangs sind reine Weizengluten, die nun weiterverarbeitet werden können.

Variante 2:

Seitan selber machen aus Weizengluten

Bei dieser Methode wird auf die Verwendung von herkömmlichem Weizenmehl verzichtet und stattdessen kommen Weizengluten zum Einsatz. Zusätzlich wird natürlich auch hier für die Herstellung Wasser benötigt. Die hergestellte Menge an Seitan lässt sich bei dieser Variante aber deutlich besser im Vorfeld abschätzen, da keine Verluste durch das Auswaschen hingenommen werden müssen. Mit 1 Kilogramm Weizengluten kann man also 1 Kilogramm Seitan selber machen. Die Weizengluten und das Wasser sollten im Verhältnis 50 / 50 gemischt werden.

Wir benutzen hier für unser Rezept:

  • 250 g Weizengluten
  • 250 ml Wasser

Seitan selber machen aus Weizengluten – Schritt 1:

Bei dieser Variante erfolgt die Herstellung des Glutenteigs in nur einem Schritt. Dazu werden die 250 g Weizengluten in eine Schüssel gegeben, die mit 250ml Wasser aufgefüllt wird. Da das Auswaschen im Gegensatz zur Herstellung aus Weizenmehl hier entfällt, kann der Teig sofort zu einer klebrigen, elastischen Masse geknetet werden. Schon nach wenigen Minuten hat man einen fertigen Teig aus Weizengluten, der direkt weiterverarbeitet werden kann.

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Glutenteig herstellen

Seitan herstellen – Teil 2:

Als Nächstes muss man sich entscheiden, welche Garvariante man für die weitere Zubereitung wählt. Wie oben bereits beschrieben, kann man Seitan entweder direkt im Wasser kochen und erhält eine weichere Konsistenz oder man verpackt das Seitan vor dem Kochen in Beutel, um eine festere Konsistenz zu erreichen.

Variante 1:

Seitan selber machen – weiche Konsistenz

Da das Weizenfleisch beim Kochen direkt im Wasser aufgeht und sein Volumen stark vergrößert, sollte der Teig vor dem Kochen in kleine Stücke geschnitten werden. Diese werden anschließend in einen Topf mit kochendem Wasser geben und für ungefähr 30 Minuten bei starker Hitze gekocht. Nachdem das Seitan gar ist, kann man es aus dem Topf nehmen und in ein Sieb zum Abtropfen geben. Hierbei sollte man mit der Hand nachhelfen, um sämtliches Wasser aus den einzelnen Seitanstückchen rauszudrücken. Nun ist das selbst gemachte Getreidefleisch fertig zum Verzehr oder für die Weiterverarbeitung.

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Seitan kocht in einem Gemüsesud

Variante 2:

Seitan selber machen – feste Konsistenz

Um das Weizenfleisch beim Kochen vor dem direkten Kontakt mit Flüssigkeit zu schützen, können kleine aus dem Teig geschnittene Stücke in Plastikbeuteln verschlossen werden. Hierzu eignen sich handelsübliche Gefrierbeutel am besten. Diese bekommt man günstig in jedem Supermarkt. Beim Verschließen der Beutel ist darauf zu achten, dass sämtliche Luft aus der Tüte herausgedrückt wird und der Beutel luftdicht verschlossen wird. Dazu können spezielle Clips oder auch Gummibänder verwendet werden. Es können mehrere Beutel gleichzeitig gekocht werden, je nach Menge des selbst gemachten Seitans sollten ungefähr 3 Stück Glutenteig in jeden Kochbeutel kommen. Die Beutel werden anschließend in einen großen Topf mit Wasser gegeben und circa 2 Stunden bei starker Hitze gekocht. Wenn die Masse in den Beuteln eine feste Konsistenz aufweist, ist das meist ein Zeichen dafür, dass das Seitan gar ist. Ist dies der Fall, werden die Beutel aus dem Topf und das S